Schmorbraten mit Mini-Knödeln für kalte Tage
Wenn Rindfleisch mehrere Stunden langsam in einer kräftigen Soße schmort, entsteht genau die Art von Essen, die an einem kalten Tag besonders gut schmeckt. Dieser Schmorbraten mit Mini-Knödeln verbindet butterweiches Fleisch mit einer dunklen, aromatischen Zwiebelsoße und kleinen Kartoffelknödeln, die besonders viel davon aufnehmen.
Das Schöne an einem Schmorgericht ist, dass die Zeit einen Großteil der Arbeit übernimmt. Nach dem Anbraten braucht das Fleisch vor allem Ruhe bei niedriger Temperatur. Dabei wird es nach und nach so zart, dass es sich am Ende mit zwei Gabeln auseinanderziehen lässt. Die kleinen Knödel machen aus Fleisch und Soße schließlich ein richtig sättigendes Familienessen.

Kräftige Röstaromen für die Zwiebelsoße
Die Basis für eine gute Schmorsoße entsteht bereits beim Anbraten. Rindfleisch, Zwiebeln und Tomatenmark entwickeln dabei Röstaromen, die sich anschließend beim Ablöschen mit der Rinderbrühe lösen. Deshalb lohnt es sich, dem Fleisch genügend Platz im Topf zu geben und es lieber portionsweise kräftig anzubraten.
Vier große Zwiebeln wirken zunächst nach viel, sind hier aber genau richtig. Während der langen Schmorzeit werden sie immer weicher, geben ihre leichte Süße an die Soße ab und sorgen gleichzeitig für mehr Bindung. Zusammen mit Thymian, Lorbeer und Paprika bekommt der Rinderschmorbraten mit Knödeln dadurch einen kräftigen Geschmack, ohne dass dafür viele verschiedene Gewürze nötig sind.

Zeit macht den Schmorbraten butterzart
Beim Schmoren entscheidet weniger die exakte Minutenangabe als die Konsistenz des Fleisches. Je nach verwendetem Stück können drei Stunden ausreichen oder etwas mehr Zeit notwendig sein. Ist das Rindfleisch noch fest und lässt sich nur schwer auseinanderziehen, sollte es einfach weiter sanft schmoren.
Besonders gut eignen sich dafür Stücke wie Schulter, Bug oder Wade. Sie enthalten mehr Bindegewebe als sehr magere Fleischstücke. Während des langen Garens wird das enthaltene Kollagen nach und nach zu Gelatine – dadurch wird das Fleisch zart und gleichzeitig bekommt die Schmorflüssigkeit mehr Körper.
Mini-Knödel und reichlich Soße
Die kleinen Kartoffelknödel sind für dieses Gericht ideal, weil bei jeder Portion viel Oberfläche mit der kräftigen Zwiebelsoße in Kontakt kommt. Statt sie stundenlang mitzuschmoren, werden sie separat gegart und erst zum Schluss mit Fleisch und Soße kombiniert. Dadurch behalten sie ihre Form und Konsistenz.
Auch zum Vorbereiten eignet sich der Schmorbraten mit Mini-Knödeln sehr gut. Fleisch und Soße können problemlos am Vortag gekocht und am nächsten Tag langsam wieder erwärmt werden. Die Mini-Knödel würde ich dagegen frisch garen und erst unmittelbar vor dem Servieren dazugeben.

Mein Tipp:
Den Schmorbraten nicht nach der Uhr aus dem Topf nehmen. Lässt sich das Fleisch noch nicht leicht mit der Gabel zerteilen, einfach weiter sanft schmoren – zähes Schmorfleisch braucht meistens mehr Zeit.
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Das Rezept
Schmorbraten mit Mini-Knödeln

Zubereitung: 20 Minuten
Kochzeit: 3 Stunden
Gesamtzeit: 3 Stunden 20 Minuten

Zutaten
- 1 kg Rindfleisch zum Schmoren
- 800 ml Rinderbrühe
- 4 Große Zwiebeln
- 3 Knoblauchzehen
- 2 EL Tomatenmark
- 2 Lorbeerblätter
- 1 TL Thymian
- 1 TL Paprikapulver, edelsüß
- 1 Packung Kartoffel-Kloßmasse
- 2 EL Petersilie gehackt
- Öl zum Braten
- Salz & Pfeffer
- Optional: 1–2 TL Speisestärke
Zubereitung
Zutaten vorbereiten
- Die Zwiebeln schälen, halbieren und in Scheiben schneiden. Den Knoblauch schälen und fein hacken.
- Das Rindfleisch in etwa 8 gleich große Stücke schneiden und von allen Seiten kräftig mit Salz und Pfeffer würzen.
Zwiebeln anbraten
- Etwas Öl in einem großen Schmortopf erhitzen. Die Zwiebeln hineingeben und bei mittlerer Hitze etwa 5 Minuten goldbraun anbraten. Anschließend aus dem Topf nehmen und kurz beiseite stellen.
Rindfleisch kräftig anbraten
- Bei Bedarf noch etwas Öl in den Schmortopf geben. Das Rindfleisch portionsweise von allen Seiten kräftig anbraten, sodass schöne Röstaromen entstehen.
- Die Zwiebeln anschließend wieder zum Fleisch in den Topf geben.
Soße ansetzen
- Den gehackten Knoblauch hinzufügen und kurz mitbraten. Das Tomatenmark dazugeben und etwa 1–2 Minuten kräftig anrösten.
- Mit 800 ml Rinderbrühe ablöschen. Paprikapulver, Thymian und Lorbeerblätter hinzufügen und alles einmal aufkochen lassen.
Rindfleisch langsam schmoren
- Das Fleisch sollte größtenteils von der Flüssigkeit bedecktsein. Den Schmortopf mit einem Deckel verschließen undden Schmorbraten bei niedriger Hitze etwa 3–3,5 Stundensanft schmoren lassen.
- Zwischendurch gelegentlich kontrollieren und das Fleischbei Bedarf einmal wenden. Nach der Schmorzeit sollte das Rindfleisch so zart sein, dass es sich ohne großen Widerstand mit einer Gabel zerteilen lässt.
Mini-Knödel zubereiten
- Während das Fleisch schmort, aus der Kartoffel-Kloßmasse kleine Mini-Knödel formen.
- Die Knödel anschließend nach Packungsanleitung in heißem Wasser gar ziehen lassen.
Schmorbraten fertigstellen
- Die Lorbeerblätter aus dem Schmortopf entfernen. Das butterweiche Rindfleisch mit zwei Gabeln in grobe Stücke zerteilen.
- Sollte die Soße noch etwas zu dünn sein, 1–2 TL Speisestärke mit wenig kaltem Wasser glatt rühren. Unter Rühren in die heiße Soße geben und kurz aufkochen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
- Die fertigen Mini-Knödel vorsichtig unter den Schmorbraten heben und alles mit frisch gehackter Petersilie bestreuen.
- Direkt heiß servieren und genießen.
Nährwerte pro Portion